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Eine Schlagzeile, drei verschiedene Versionen, und keine davon nennt eine Quelle. Genau so beginnen die meisten Falschmeldungen ihre Runde durch Messenger und soziale Netzwerke. Die gute Nachricht: Ob eine Nachrichtenseite sauber arbeitet, lässt sich in etwa zwei Minuten prüfen. Man braucht dafür keine Technikkenntnisse, sondern nur eine feste Reihenfolge von Handgriffen, und die ist bei jedem Nachrichtenportal dieselbe.
Woran erkennt man eine seriöse Nachrichtenseite?
Eine seriöse Nachrichtenseite nennt immer drei Dinge: wer hinter dem Angebot steht, wann ein Beitrag veröffentlicht wurde und woher die Information stammt. Fehlt eines davon, ist Vorsicht angebracht. Ein vollständiges Impressum mit Name, ladungsfähiger Anschrift und E-Mail-Adresse ist in Deutschland Pflicht, geregelt in § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes, das seit dem 14. Mai 2024 das frühere Telemediengesetz ersetzt. Redaktionelle Angebote müssen zusätzlich einen Verantwortlichen im Sinne des Medienstaatsvertrags benennen, oft als V.i.S.d.P. abgekürzt. Dazu kommen Kleinigkeiten mit großer Aussagekraft: ein Datum über oder unter dem Text, ein Autorenname statt eines Kürzels, eine Korrekturnotiz bei nachträglichen Änderungen.
- Impressum mit Anschrift und Kontaktmöglichkeit, erreichbar über die Fußzeile
- Veröffentlichungsdatum und, bei Aktualisierungen, ein zweites Datum
- Namentlich gezeichnete Beiträge oder klar benannte Agenturmeldungen
- Quellen im Text: Behörde, Gericht, Ministerium, Studie, benannte Gesprächspartner
- Sichtbare Trennung von Bericht, Kommentar und bezahlten Inhalten
- Eine Möglichkeit, Fehler zu melden, etwa eine Redaktionsadresse
Der Zwei-Minuten-Test vor dem Weiterleiten
Scrollen Sie zuerst ganz nach unten. Findet sich dort kein Impressum, sondern nur ein Kontaktformular oder gar nichts, können Sie die Seite als Informationsquelle abhaken. Prüfen Sie danach, ob der Text überhaupt eine Quelle nennt. Formulierungen wie „Insider berichten“ oder „wie bekannt wurde“ ohne Nennung eines Absenders sind ein Warnsignal. Der dritte Griff: Kopieren Sie die Kernaussage der Meldung und suchen Sie danach. Berichten mehrere unabhängige Redaktionen dasselbe, stimmt die Grundlage meist. Taucht die Behauptung nur auf einer Handvoll optisch ähnlicher Seiten auf, stammt sie oft aus derselben Quelle und wurde nur kopiert.
Alte Meldungen werden besonders häufig neu in Umlauf gebracht. Ein Blick auf das Datum verhindert, dass Sie ein Ereignis von vor drei Jahren für eine aktuelle Entwicklung halten.
Nachricht, Kommentar und Werbung auseinanderhalten
Viele Streitfälle entstehen nicht durch falsche Fakten, sondern durch verwechselte Textsorten. Ein Bericht schildert, was geschehen ist. Ein Kommentar bewertet es und trägt deshalb den Namen des Autors besonders deutlich. Eine Analyse ordnet ein und benennt dabei offen ihre Annahmen. Bezahlte Beiträge müssen als Anzeige oder Werbung gekennzeichnet sein, auch wenn sie wie ein Artikel aussehen.
| Textsorte | Erkennungsmerkmal | Was Sie erwarten dürfen |
|---|---|---|
| Bericht | Sachtitel, Quellenangaben, Agenturkürzel | Fakten, beide Seiten, keine Wertung |
| Kommentar | Label „Kommentar“, Autorenfoto oder -name | Meinung mit Begründung |
| Analyse | Label „Analyse“ oder „Hintergrund“ | Einordnung, Prognosen als solche markiert |
| Anzeige | Hinweis „Anzeige“, „Sponsored“, „Werbung“ | Interessen des Auftraggebers |
Gerade bei politisch aufgeladenen Themen lohnt es sich, Bericht und Einordnung getrennt zu lesen. Wer etwa nachvollziehen will, warum die Debatte um Islamismus und AfD die Parteien der Mitte unter Druck setzt, findet bei Angeboten wie Das-nachrichtenblatt neben der reinen Meldung auch längere Beiträge, die Hintergrund, Gegenpositionen und mögliche Folgen zusammenführen. Nützlich wird das aber erst, wenn Sie die Kennzeichnung der Textsorte tatsächlich beachten.

Nachrichtenportal als Startseite festlegen
Ob Nachrichtenseite, Nachrichtenportal oder App: Am schnellsten sind Sie bei Ihrer Stammquelle, wenn sie beim Öffnen des Browsers automatisch erscheint. Die Wege unterscheiden sich je nach Programm, folgen aber demselben Muster.
- Chrome (Windows 10, Windows 11, Mac): Menü mit den drei Punkten oben rechts, dann Einstellungen, Beim Start, Bestimmte Seite oder Seiten öffnen, Neue Seite hinzufügen. Für den Haus-Button zusätzlich unter Darstellung die Schaltfläche Startseite aktivieren.
- Edge: Drei Punkte, Einstellungen, Start, Startseite und neue Registerkarten, dann Diese Seiten öffnen.
- Firefox: Menü, Einstellungen, Startseite, bei Startseite und neue Fenster die Option Benutzerdefinierte Adressen wählen.
- Safari auf dem Mac: Safari, Einstellungen, Allgemein, Homepage eintragen und Aktuelle Seite übernehmen antippen.
- iPhone und iPad: Safari kennt keine Startseite im klassischen Sinn. Öffnen Sie die Seite, tippen Sie auf das Teilen-Symbol und wählen Sie Zum Home-Bildschirm. Das Ergebnis verhält sich wie eine App.
- Android: In Chrome unter Einstellungen, Startseite die Adresse eintragen. Auf vielen Xiaomi-Geräten ist der Mi Browser vorinstalliert; wer ihn nicht nutzt, legt unter Einstellungen, Apps, Standard-Apps einen anderen Browser als Standard fest.
Wenn sich die Startseite immer wieder von selbst ändert, steckt meist eine Browsererweiterung dahinter. Deaktivieren Sie Erweiterungen einzeln, bis die Einstellung hält.

Push-Meldungen: hilfreich oder nervig?
Beim ersten Besuch fragen viele Portale, ob sie Benachrichtigungen schicken dürfen. Sagen Sie im Zweifel nein, denn einmal erteilte Erlaubnisse werden oft vergessen und erzeugen später Meldungen, deren Herkunft niemand mehr zuordnet. Zurücknehmen lässt sich das jederzeit: in Chrome und Edge unter Einstellungen, Datenschutz und Sicherheit, Website-Einstellungen, Benachrichtigungen, in Firefox unter Einstellungen, Datenschutz, Berechtigungen. Auf dem Smartphone regeln Sie das zusätzlich in den Systemeinstellungen bei Mitteilungen beziehungsweise Benachrichtigungen, getrennt für jede App. Eilmeldungen sind sinnvoll, tägliche Aufreger-Push-Nachrichten selten.
Wenn eine Seite nur echt aussieht
Der unangenehmste Fall sind Angebote, die Aufmachung und Namen bekannter Medien nachahmen. Achten Sie auf die Adresse in der Browserzeile: vertauschte Buchstaben, angehängte Zusätze oder eine ungewöhnliche Endung deuten auf eine Kopie hin. Ein zweites Merkmal sind Texte ohne Autor, ohne Ansprechpartner und mit auffällig vielen Artikeln pro Tag, oft maschinell erzeugt und aus anderen Quellen zusammengesetzt. Sichtbar wird das an wiederholten Formulierungen, fehlenden Ortsangaben und Bildern, die zum Text nur ungefähr passen. Wer eine solche Seite entdeckt, sollte die Adresse nicht weiterleiten, sondern die Originalmeldung suchen und diese teilen.
